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FFF-Nights Kurzrückblick


(2008-04-21 14:00:31)

FFF-Nights Kurzrückblick



Tomi Li
(2008-04-21 14:00:31)

FFF-Nights Kurzrückblick


ok, da ich schon die letzten FFF nicht mit den gebührenden Kritiken
hier berichtet habe, heute wenigstens ein Kurzüberblick über die
diesjährige FFF-Nights

> Timecrimes (Los Cronocrimenes)

Hector sitzt im Gartenstuhl seines fast fertigen Häuschens und schaut
mit dem Fernglas in den gegenüberliegenden Wald, ein recht netter
Anblick, entdeckt er doch dort eine junge Frau, die sich gerade
auszieht. Als er sich aufmacht, um nach dem Rechten zu sehen, findet
er sie auf einer Lichtung leblos liegend und ein bandagierter
Unbekannter rammt ihm eine Schere in den Arm. Auf der Flucht muß er
erkennen, das auf dem Nachbargrundstück eine Zeitmaschine existiert
und er versucht die Dinge gradezurücken.

Ein sehr sehenswerter Film. Was wirklcih verblüfft ist die Stringenz
der Zeitreiseverwicklungen. Mir sind auf Anhieb keine Logikfehler
aufgefallen und schlußendlich blieben keine losen Handlungsstränge
über. Sehr beeindruckend und der Regisseur brauchte auch nur 4
Schauspieler :-)
sehenswert


> Diary of the Dead

Romero will es nochmal wissen (oder kann es nicht lassen?)

Eine Gruppe von jungen Filmhochschulstudenten versuchen sich an einem
billigen Monsterfilm, als sie mitbekommen, dass um sie herum die Welt
auseinanderbröckelt und die Toten wieder auferstehen und nach dem
Fleisch der Lebenden gieren. Während sie sich in einem Wohnmobil
aufmachen, die Heimat zu suchen, dokumentieren sie ihren Trip.

tja, viel fällt einem zu dem Film nicht ein. Er ist wohl als
Medienkritik gemeint und irgendjemand hat Romero wohl gesagt "Du must
unbedingt Bloggen und Youtube einbauen - das ist DAS Ding unter den
jungen Leuten grade!elf!". Und so schleppt sich der Film dann mühsam
zwischen Romeros Altersgnatz ("Dead do not run! I told you!" - er
konnte wohl Danny Boyles und Zack Snyders Interpretation seines
Lieblingsthemas nicht verknusen), authentischer Wackelkamera und
hippen Studenten mit Dokumentationspassion dahin. Ein paar nette
Splattereffekte, eine Prise aufgesetzte Selbstreflexion ("Are we
really worth saving?") und schon geht das Licht im Kinosaal wieder an.
nett, muß man aber nicht gesehen haben

> Doomsday

ein absoluter Fun-film für Kenner von Mad-Max, Escape from New York
und Aliens. Ekkart hat in Message-ID: schon
alles gesagt.
Sehr sehenswert (mit Gleichgesinnten)

> Sukiyaki Western Django

Takeshi Miike versucht sich an einer japanischen Hommage an den
klassischen Spaghettiwestern, der ja wiederum viel von japanschen
Samuraifilmen übernommen hat (siehe Leone - Kurosawa). In diesem Film
wird alles zusammengerührt und auf den Punkt gebracht. 2 Clans, ein
Dorf, ein Fremder mit schneller Hand. Was braucht es mehr? Ob das
Eisen nun ein 6-Schüssiger ist oder eine Klinge - die Geschichte ist
dieselbe und Miike zelebriert sie auch gleichberechtigt. Heraus kommt
ein wundervoll augenzwinkerndes Stück cross-over. Spaghetti mit
Sojasauce sozusagen. Klingt merkwürdig, aber kann man sich ruhig mal
geben, wenn man in Experementierlaune ist. Eine spaßige Erfahrung ist
es allemal.

> Eden Log

Ein namenloser Protagonist erwacht in einer Höhle und muß sich seinen
Weg zur Oberfläche erkämpfen und nebenbei herausfinden, wer er ist und
warum er dort gelandet ist. Sehr stylisch in fast s/w gehalten (nur
mit Grün und Rot als gelegentlicher Kontrast zu dem vorherrschenden
Grau und Sepia) und einem Ende, dass mehr offenläßt als erklärt. Ich
hab es wohl jedenfalls nicht komplett verstanden (falls es überhaupt
als verstehbar intendiert war). Über weite Strecken erinnert der Film
an ein Adventure-Rollenspiel: Held muß Aufgabe lösen um ins nächste
Level zu gelagen, Held muß Artefakte und Infos sammeln, Held muß sich
Kleidung und Ausrüstung suchen, Held trifft kurz auf hilfreiche oder
gefährliche Leute. Fehlte nur die Aufrüstung mit Waffen und
Erfahrungspunkten...
wenn man was zum Rumintrepretieren haben will, sehenswert, ansonsten
eher so lala

> [rec]

Eine junge Reporterin und ihr Kameramann begleiten einen
Feuerwehrtrupp als Reportage durch eine Bereitschaftsnacht und fahren
mit ihnen zu einem Haus, wo Bewohner aufgeregt im Treppenhaus von
Schreien aus der Wohnung einer älteren Dame berichten. Als die
Feuerwehrleute die Wohnungstür aufbrechen finden sie dort die verwirrt
dastehende Frau, die prompt einen Mann anfällt und beißt. Als man den
Verwundeten raus zum Krankenwagen bringen will, stellt man fest, dass
das Haus abgeriegelt ist und Bewaffnete eine Quarantäne über die
Eingeschlossenen durchsetzen. Und die verwirrte Alte ist auch
plötzlich weg...
Ein wunderbar kleiner Schockerfilm. Zwar nervt auch hier die
dokumentarische Handkamera, aber die Handlung entwickelt sich zügig
und gradlinig und auch wenn man als abgebrühter FFF-Zuschauer sich
amüsiert zurücklehnen will, schafft es der Film doch mehrfach, einem
einen gehörigen Schrecken einzujagen und das fast ohne zu expliziten
Splatter.
sehr sehenswert

so, ich hoffe, jemand kann damit was anfangen und findet den einen
oder anderen Film später selber auch spannend und gut oder mag hier
abweichende Meinungen oder Ergänzungen anfügen :-)

Roy
--
heute ohne Sig


Roy Batty

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