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Filmkritik: Hero
Filmkritik: Hero
Filmkritik: Hero
Hero
Einen Film der nur 95 Min. dauert zu beschreiben ist leicht, diesen
Film hier nachzuerzählen und zu beschreiben ist die höchste Kunst der
Filmkritik, aber ich werde versuchen sie in gute Worte zu fassen.
Zhang Yimou, ein berühmter chinesischer Regisseur hat eigentlich nur
13 Filme als Regisseur gedreht. Doch mit diesem hat er alles
übertroffen was Filme wie " Matrix reloaded " oder " Der
Krieger des
Kaisers " vorher versucht haben. Würde man ein Gedicht über
diesen
Film schreiben, würde es eine ganze Bibliothek füllen.
Hintergrund:
Bevor der 1. Kaiser in China das Reich geeint hat, das war 221 v.
Christus kurz bevor er auch die große Mauer bauen ließ, hat es in
China 7 Königreiche gegeben. Sie entstanden um 475 v.Chr. und hießen
Qin, Zhao, Han, Wei, Yan, Chu, Qui. Sie waren gespalten und führten
untereinander Krieg.
Es war die Ära der Streitenden Reiche. Krieg und Elend an der
Bevölkerung, waren an der Tagesordnung wie Vergewaltigung und blutige
Schlachtzüge. Krieg war alltäglich, technische Fortschritte im
Waffenbereich gab es leider schon auch hier. Kriege wurden mit immer
schlimmeren Waffen geführt die immer mehr Leute töteten. Durch den
Krieg gab es eine Wirtschaftsreform und die Bevölkerung wuchs, da
Eisen als Hauptstoff eingesetzt wurde. Es wurden fast alle Leute zum
Sklavendienst beim Militär verdonnert, und hier beginnt die Geschichte
von Hero.
Nacherzählung:
Der König des Reiches Qin, ein unerbittlicher Kämpfer und ein
hervorragender Stratege. Sein Ziel ist nur eines, alle Reiche zu
unterjochen und über sie zu herrschen. Natürlich haben sich die
anderen Königreich dagegen zu Wehr gesetzt, und so wurden die besten
Kämpfer ausgeschickt um ihn töten zu lassen.
Keiner hat es je geschafft, vor keinem hatte er wirklich was zu
befürchten, da in seiner Verbotenen Stadt Tausende und Abertausende
Leibwächter ihm zu Dienste standen. Sie haben alle Attentäter
getötet
und ihm so den Rücken vor Hinterhältigen Anschlägen
freigehalten. Sein
Hofstaat war größer als der von Ludwig dem XIV. Nur von 3
Attentätern
hatte er sich gefürchtet. Vor 3 Attentätern konnte er in seinen
Gedanken nicht entkommen.
WEITER HIMMEL. Ein vorzüglicher Kämpfer mit der Lanze. Kein einziger
seiner Soldaten die ihn bekämpft hatten, haben ihn besiegen können.
Ein Kämpfer der nicht nur hochintelligent war, sondern auch das
unvermutete gefühlt hatte. Er kämpfte als hätte er einen 6.
Sinn.
Schnell wie ein Adler, stark wie ein Bär, niemand konnte ihn besiegen.
Der Schauspieler der ihn spielt ist groß, absolut wunderschön und
hat
lange Haare, ein Mann den man sich in den schönsten Märchen
eigentlich
gar nicht mal vorstellen kann. Meine Freundin war jedenfalls restlos
von ihm begeistert, und ihr stand dauernd der Mund offen voll
Begeisterung als sie ihn sah. WEITER HIMMEL ist nicht nur ein Meister
des Kampfes sondern auch des Schachspieles. Er kommt aus dem Westen
von China, und trotz seiner Kunst und Geschicklichkeit mit der Lanze
hat er nie einen unnötigen Drang zum Töten gefühlt. Er
tötet maximal
wenn es ums ein Leben geht. Ein Kämpfer der eher zuerst denkt als zu
zuschlagen.
Es gibt da eine sehr gute Szene als der NAMENLOSE HELD ( Jet Li ) mit
ihm in einem Restaurant kämpft. Ein Ort wo Schach gespielt wird. Sie
kämpften bis zu einem Zeitpunkt wo sich beide entschieden den Kampf in
Gedanken weiterzuführen. Die Szene war so was von gut, so was von mit
Elan, das man sich eigentlich nur wünschte, diese Szene würde doppelt
so lange dauern. Alleine schon die Umgebung, wie in Zeitlupe die
Wassertropfen von den Wänden, vom Dach tropfen, wie sich die beiden
Kämpfer ansehen, die Zeitlupenaufnahmen die stets nie kitschig,
sondern in gefühlvoll seidiger Harmonie aneinandergereiht sind, wie
ein Handrücken der über eine Wasseroberfläche streicht.
ZERBROCHENES SCHWERT. Der große Denker. Die ganze Zeit habe ich mir
über gedacht das er irgendwas zu verbergen hat, bis im letzten Drittel
die Auflösung kam. Sie war mehr als ungemein spannend, und alle meine
Ideen was er zu verbergen hat, und auch die was meine Freundin mir
leise ins Ohr geflüstert hat, in Lichtgeschwindigkeit, um ja nicht
eine Silbe zu verpassen was geredet wird, es wurde ganz anders,
unerwartet und wunderschön.
Er ist ein großer Denker und ein furioser Schwerkämpfer. Durch einen
seiner Kämpfe ist sein Schwert zerbrochen. Er hat es nicht
weggeschmissen. Er ist wohl der beste Schwertkämpfer den es im Lande
gibt und gegeben hat bis jetzt. Er hat Zeit seines Lebens trainiert.
Doch in den letzten Jahren hat er sich mit Kalligraphie beschäftigt.
Als der NAMENLOSE HELD ihn besucht und ihn um ein Schriftzeichen
bittet, im Auftrag seines verstorbenen Vaters, um dessen letzten
Wunsch zu erfüllen, malt er ihm das 20. Schriftzeichen das es für das
Wort Schwert gibt. So was hat es noch nie gegeben.19 Zeichen gibt es
dafür, er hat es geschafft, aus eigener Überlegung und innerer
Übereinstimmung ein 20. zu entwickeln, das den Sinn beibehält. Den
fließenden Übergang zwischen der Kunst mit dem Schwert umzugehen,
und
der hohen seelischen Aufgabe den Pinsel zu führen um im Einklang mit
seinem Inneren Selbst Schriftzeichen auf Pergament zu bannen, um die
hohe Kunst der Philosophie, des Friedens und des Schwertkampfes zu
erreichen. Beides, Schreiben und Schwertkampf, sie haben eines
gemeinsam, sie kommen aus der Seele hervor.
ZERBROCHENES SCHWERT ist unsterblich verliebt, eine Romanze wie sie
Zeffirelli in seinem Meisterwerk " Romeo und Julia " nicht hätte
besser treffen können. Seine Dienerin
LEUCHTENDER MOND steht seit Ihrem 8. Lebensjahr in seinem Dienst. Es
gibt wohl weltweit keine absolut hübschere und attraktivere Frau als
diese Schauspielerin. Ich weiß nicht wie sie in echt aussieht,
ungeschminkt, aber Ihre Art, Ihr Auftreten, Ihre Eleganz, Ihre feine
Bewegung, dazu die herrliche Fotografie, machen diese Figur in diesem
Film zu einem wahren Festschmaus wo man nicht trinkt und isst, sondern
seine Gedanken mit der absoluten Schönheit von allem Übel reinigt.
FLIEGENDER SCHNEE. Eine Frau, die so anmutig ist wie eine Orchidee,
doch so gefährlich ist wie eine Tiefseequalle. Sie ist Meisterin des
Schwertes, dessen Namen sie angenommen hat, nachdem sie in einem
langen Kampf dieses für sich erkämpft hat. Vor langer Zeit hat sie,
geflohen aus einem Königreich, SCHWERT getroffen, den sie töten
wollte, doch nach einiger Zeit kamen sie sich näher, und nun sind sie
unzertrennbar. So eng verbunden wie es ein menschliches Herz nur
zulässt, wie es ein Gedanke nur erreichen kann, in absoluter
Übereinkunft mit Ihrem und seinen Leben fühlt und denkt sie bevor er
es ausführt. Vor 3 Jahren hat sie mit SCHWERT versucht QIN zu töten.
3.000 Leute konnten die beiden nicht töten, furioser als NEO hat sie
gekämpft, die Leute, die Schwerter, die Lanzen und Soldaten, sie
flogen davon, als hätte es sie nie gegeben. Die Aufnahmen sind so was
von fein gemacht das man weder gedankliche Seile merkt, die sie zur
Befestigung hatten, und auch nicht merkt das es alles nur Tricks sind,
sondern man kommt einfach zu dem Schluss, das die wirklich kämpfen
können, das sie wirklich über die Fähigkeit verfügen wie in
" Tiger und Dragon " die Schwerkraft aufzuheben und über
Bäume, über
Bäche und Flüsse zu fliegen, zu schweben wie eine Schwarze Witwe mit
Ihrem Netz in Wind und wie ein Löwenzahnsamen sanft an eine kühle
Brise anhaltend über Blätter zu wandeln. Sie hat auch einen Kampf
gegen MOND geführt und sie getötet, das hat jedenfalls HELD
erzählt.
Als er eine Audienz bei dem Kaiser hat.
HELD, er absolut beste Schwertkämpfer den ich je in einem Film gesehen
habe. QIN hat eine Belohnung für die Festnahme der 3 ausgesetzt. Wird
HIMMEL getötet, bekommt der Überlebende, nicht nur Diener, ein Haus,
und einen Landstrich, sondern auch das außerordentliche Privileg sich
bis auf 100 Schritte dem Kaiser zu nähern, und mit ihm einen Tee
gleichzeitig zu trinken. Das war in einer Zeit in der, der Kaiser
einem GOTT gleichkam. Sein 2. Geschenk an den, der MOND tötet, er darf
sich bis auf 20 Schritte nähern, und bekommt das gleiche noch mal
verdoppelt, und wenn auch noch SCHNEE getötet wird, darf sich der
Sieger über das Privileg freuen mit einem Gott auf 10 Schritte zu
nähern und mit ihm zu reden, von Angesicht zu Angesicht, ohne
Leibwächter. Er erzählt auf Bitten hin, QIN, wie er es geschafft hat
die 3 zu töten, wie er mit aller Anstrengung im richtigen Augeblick
HIMMEL getötet hat, wie er SCHWERT erzählt hat, das SCHNEE mit HIMMEL
eine Affäre hatte, wie dadurch SCHNEE ihn umgebracht hat, und er dann
vor den Dienern des Kaisers die, die letzte Schule für Kalligraphie im
Reich zerstören wollten, getötet hat, und somit alle 3
Attentäter
hingerichtet hat. Doch QIN misstraut ihm nach einiger Zeit, seine
Menschenkenntnis kommt zu einem anderen Schluss, HELD soll gelogen
haben.
Das war die Handlung in Kurzfassung. Ich habe wie die meisten im Kino
wahrscheinlich bei unglaublich vielen Gelegenheiten einfach weinen
müssen, weil sie es auch taten, lachen müssen, weil die 4
Hauptdarsteller es auch taten. Mitgelitten, weil die Liebe von SCHWERT
und SCHNEE auf eine harte Probe gestellt wurde. Der Film nimmt einen
sehr in seine Gewalt und man kann einfach nicht anders als sich in
diese Welt vor 2.000 Jahren hineinzufühlen, und mit den Akteuren
mitzuleben. Wenn ich nur daran denke was ich für Bilder gesehen habe,
wallende lange Haare satt, genauso wie fallende Tücher in Zeitlupe,
wehende Blätter im Herbst und einzelne Tropfen wie sie in einem
Sommerregen von ekstatischer Schönheit Ihr Liebesspiel getanzt haben.
Die Gegend so schön wie aus einem Gedicht von Frost, die Gezeiten wie
ein Geschenk Gottes an die Menschheit als Bund der Liebe zu uns, ich
habe Flüsse und Wüsten gesehen die aussahen wie aus einem surrealen
Gemälde von Rubens mit einem Hauch Einsamkeit aus den Bildern von
Klimt, verschmilzt mit einer Fotografie eines Berges der alleine im
Himalaja steht und sich im Sonnenlicht weiterbewegt um der
Gletscherspur seiner Vorfahren zu folgen. Die Anmut der Bilder mit der
die Kameraführung umgeht, und versucht den Zuseher in seinen Bann zu
schlagen ist alleine eine Oscarvorführung wert, und die Geschichte,
deren Handlungsstränge sich teilweise in eine Nebensächlichkeit
verliert, wird wieder gerettet, durch die Verbindung der zwei
Liebenden, die sich in Anmut und Ehrlichkeit eng umschlungen in
Gedanken und Seele, wie Seide auf nackter Haut um die Rundungen einer
wunderschönen Frau schlingt, um dann sanft ins kühle Gras zu fallen.
Der Film ist teilweise fotografiert wie die Fessel eines Rehs, das
zart durch die frische Sommerwiese einer Bergweide wandelt, und wie
der Tau der am Morgen leicht auf die Blätter des Laubwaldes fällt, um
die zu tränken, die klein sind, aber die das Gefüge der Welt
aufrechterhalten.
Mit anderen Worten ein absolut empfehlenswerter Film mit einigen
Langweiligkeitsschwächen, und leider zu wenig Schwertkämpfen, wenig
Blutigen Szenen und viel zu kurz gedreht, zu wenig Worten der Liebe,
aber trotzdem ausreichend, das man sich dieses Meisterwerk 2 x im Kino
ansehen möchte.
91 von 100