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Re: RAF (was: Film-Downloads)
Re: RAF (was: Film-Downloads)
On Wed, 30 Jul 2003 18:29:25 +0200, "Andreas C. Lazar"
wrote:
Hallo Andreas,
>Hohohoo, endlich wieder eine diesmal sogar tagesaktuelle RAF-Diskussion!
>Gerade im Hinblick auf die hysterische Reaktion der üblichen
>Bedenkenträger auf die geplante RAF-Ausstellung in Berlin
Sachlich nachvollziehbare Kritik am Ausstellungskonzept als bloße
Hysterie der Kritiker abzutun, ist zwar möglicherweise ziemlich cool,
aber meiner Auffassung nach ziemlich unangebracht. (Und wen meinst du
mit den "üblichen Bedenkenträgern"? hör ick da wat
trapsen?)
Die Einseitigkeit der Darstellung wurde ja inzwischen sogar schon von
den Ausstellungsmachern selbst eingeräumt, die jetzt eiligst
nachbessern. Überdies ist es doch durchaus eine kritische Nachfrage
wert, warum Frau Weiss einfach so, mirnichstdirnichts, 100.000 Euro
zuschießt, ohne sich offenbar auch nur im geringsten näher mit der
Materie auseinandergesetzt zu haben.
Also hier geht dein Zwischenruf definitiv in die falsche Richtung.
>scheint mir der von mir an dieser Stelle oft geforderte Große
Deutsche
>RAF-Film[tm] umso dringender nötig.
Hier stimme ich dir zu - aber bitte ohne weitere Legendenbildung (es
gibt derer schon zu viele) und historisch ordentlich recherchiert!
>Warum können immer nur die Amis ihre Geschichte reißerisch
verpacken, und wir
>erschöpfen uns in bleischweren, so sinn- wie fruchtlosen
>Dürfen-wir-das-Diskussionen?
Du verkennst die Zielrichtung der Kritik - nicht alle Kritik ist von
vornherein bleischwer. (Ist dir bewusst, dass du hier abermals ein
Klischee verwendest?) Und nicht alle Kritiker fragen "Dürfen wir
das?"
Es geht nicht ums "ob", sondern ums "wie" - auch den
Kritikern!
Grüße
Anja
Re: RAF (was: Film-Downloads)
Re: RAF (was: Film-Downloads)
Anja Beuter schrieb:
> Sachlich nachvollziehbare Kritik am Ausstellungskonzept als bloße
> Hysterie der Kritiker abzutun
>
Sprechen wir vom selben Deutschland? Dem, in dem Westerwelle, Merz und
andere, getrieben von der in diesen Dingen immer noch verläßlichen
BILD,
von einer "einseitigen Auseinandersetzung mit dem deutschen
Terrorismus", einem "ungeheuerlichen Skandal" und einer
"Glorifizierung"
sprechen, anscheinend ohne sich überhaupt darüber informiert zu
haben,
wogegen sie da eigentlich krakeelen? Das Konzept der Ausstellung soll
doch gerade einer Legendenbildung um die RAF entgegenwirken. Im Übrigen
finde ich es äußerst befremdlich, daß schon geschrieen wird,
bevor
überhaupt ein Ausstellungsstück fertig ist - sind ja Zustände
wie bei
der Wehrmachtsausstellung. Eine RAF-Ausstellung ist nicht minder nötig.
> >scheint mir der von mir an dieser Stelle oft geforderte Große
Deutsche
> >RAF-Film[tm] umso dringender nötig.
> Hier stimme ich dir zu - aber bitte ohne weitere Legendenbildung (es
> gibt derer schon zu viele) und historisch ordentlich recherchiert!
>
Ich fände eine Untersuchung der RAF als selbst- und fremdstilisiertes
Pop-Phänomen, wie sie ja "Baader" in Ansätzen versucht hat,
gerade im
Hinblick auf die heutige Zeit spannend. Denn warum findet heute keiner
was dabei, ein T-Shirt mit dem Konterfei eines Menschen zu tragen, den
man von einer gewissen Sichtweise aus durchaus als Terroristen
bezeichnen könnte (Che Guevara)? Wie kommt er überhaupt auf T-Shirts?
Ich glaube ja, daß die Leute in zwanzig Jahren so, wie sie heute
Che-Shirts tragen, Osama-Shirts tragen werden (bin Laden hat mit seinem
edlen arabischen Gesicht mindestens so viel populären Appeal wie der
gute Ernesto) und vielleicht auch Baader-Hemden. Wie konnte eine so
lächerliche Bande von Mordbuben und -mädels wie die Baaders und
Meinhofs
einen 60-Millionen-Staat in solche Hysterie versetzen? Warum das
berühmte Logo mit der Kalashnikov? Und warum hat die BILD dieses Logo in
ihrer "Berichterstattung" über den jungen, steinewerfenden
Joschka
Fischer immer wieder verwendet? Der Große Deutsche RAF-Film[tm] sollte
1977 enden, aber bis ins Heute und Morgen weisen.
> Es geht nicht ums "ob", sondern ums "wie" - auch den
Kritikern!
>
Personen wie Westerwelle oder Merz scheint es meines Erachtens
hauptsächlich um das Ob zu gehen. Es wird ja schon von einem Verbot
gesprochen.
Schöne Grüße,
Andreas
--
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