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Re: Gewalt in Filmen
Re: Gewalt in Filmen
Karsten Schreurs schrieb:
> "Thomas G. Liesner" schrieb im Newsbeitrag
> news:c75sgm.3vvf1sl.2@news.tglsoft.de...
>> Karsten Schreurs schrieb:
>>> Aber es kann zumindest Versuche zur Erklärung vermitteln. Ich
konnte
> z.B.
>>> Umas Rachefeldzug in KB in dieser Konsequenz nicht mal im Ansatz
>>> nachvollziehen -
>> Wenn man die Grundvoraussetzung des Filmes akzeptiert, sehe ich da
kein
>> Problem - es gibt dort professionelle Mörder, die das ohne
Probleme und
> Ich hab da mit dem Film auch kein Problem...nur wenn ich mal drüber
> nachdenke: im Grunde ist die Braut ja *die* klassische Irre in ihrem Wahn,
> diese Morde zu rächen.
Wobei die anderen auf derselben Stufe stehen - Unschuldige Opfer gibt es
in KB 1+2 nicht.
>> Daß es zum Glück nur wenige Menschen gibt, denen sowas
wirklich nichts
>> ausmacht, und selbst dann dahin im Normalfall ein recht langer Weg
>> führt, finde ich sehr beruhigend, aber den Film sehe ich wie ein
Comic -
>> bei Akzeptanz der Voraussetzung(en) macht es einfach Spass und ist
sogar
>> nachvollziehbar.
> Nicht dass wir uns falsch verstehen, KB ist prima Unterhaltung und ich
find
> ihn große klasse - nur eben nicht sonderlich glaubwürdig bzw.
emotional...
Ack, zum Mitleiden taugt am ehesten der Besuch bei Bill - aber auch dort
liegt der Schwerpunkt anders.
>>> Noe erzählt dagegen bereits zu Beginn von der trostlosen
[...]
>> Solche Filme sehe ich mir nur sehr vereinzelt an, dazu sind sie
einfach
>> zu deprimierend - besagter Henry hatte bei mir keine relevante
Wirkung,
>> aber z.B. "Dancer in the Dark" hat doch sehr "gut"
gewirkt.
> Jagut - das ist ja nochne andere Schiene. Der hatte aber mehr son
> "Märchen-Charakter" auf mich wohl auch wegen der
Musical-Einlage und der
> ganze Film ist in seiner Trostlosigkeit dann doch schon arg
> klischeebeladen...mMn...;)...
Egal. Es gibt einfach gewisse Schlüsselmomente, die bei mir
funktionieren - ob Endszene bei Club der toten Dichter oder eben Dancer
in the dark über längere Strecken...
>>> daraus ziehst, ist dann Deine Sache. Ich für meinen Teil habe
z.B. gemerkt,
>>> wie dünn die Grenze zum Wahnsinn zu sein scheint - und genau
das war das
>> Literatur über Massenmörder liefert ähnliche
Erkenntnisse...
> Ich will ja nichts über "Massenmörder" wissen, sondern
über den schmalen
> Grad alltäglicher Menschen zum Abgrund - dafür brauchts nicht
mal einen
> Mord oder so...
An dem habe ich noch nie Zweifel gehabt, da reicht ein Blick in die
Zeitung - oder im aktuellen Spiegel die Berichte über Verhörmethoden,
die Militär und Privatfirmen bei Irakern anwenden...
So long,
Thomas G. Liesner
Re: Gewalt in Filmen
Re: Gewalt in Filmen
"Thomas G. Liesner" schrieb im Newsbeitrag
news:c77q3s.3vve4tl.2@news.tglsoft.de...
> >>> daraus ziehst, ist dann Deine Sache. Ich für meinen Teil
habe z.B.
gemerkt,
> >>> wie dünn die Grenze zum Wahnsinn zu sein scheint - und
genau das war
das
>
> >> Literatur über Massenmörder liefert ähnliche
Erkenntnisse...
>
> > Ich will ja nichts über "Massenmörder" wissen,
sondern über den schmalen
> > Grad alltäglicher Menschen zum Abgrund - dafür brauchts
nicht mal einen
> > Mord oder so...
>
> An dem habe ich noch nie Zweifel gehabt, da reicht ein Blick in die
> Zeitung - oder im aktuellen Spiegel die Berichte über
Verhörmethoden,
> die Militär und Privatfirmen bei Irakern anwenden...
Jou - das wäre auch ein guter Stoff für einen Film abseits der
Bruckheimer-Hurra-Patrioten-Scheisse. Und ich kann mir nicht vorstellen,
dass alle diese verdächtigten Soldaten eine schlimme Kindheit o.ä.
hatten
(sic). "Das Experiment" trägt da vielleicht auch etwas dick auf,
ist aber
ein ansehnlicher Beitrag zu diesem Thema "Bestie Mensch".
"Menschenfeind"
geht in die gleiche Richtung, nur noch kompromissloser...
Grüße!
Re: Gewalt in Filmen
Karsten Schreurs schrieb:
>Ich behaupte mal, ein wirklich kranker Mensch wird sich mit dem formal nur
>angedeutetem Inzest nicht zufrieden geben können, dafür muss er
sich durch
>zuviel Geschichte und zuviele Monologe durcharbeiten.
"Menschfeind" bezieht
>seinen Horror ausschließlich durch die Geschichte, weniger durch die
>Darstellung - er bietet da eigentlich gar nichts
"spektakuläres"...
Aha.
>>>Aber es kann zumindest Versuche zur Erklärung vermitteln. Ich
konnte z.B.
>>>Umas Rachefeldzug in KB in dieser Konsequenz nicht mal im Ansatz
>>>nachvollziehen
>>
>>Ich schon.
>
>Da kommen wir wieder auf die Moral-Schiene, wo ich eigentlich nicht hin
>wollte - belassen wirs beim Budd-Zitat: offensichtlich verdienten es dann
>an die 70 Menschen ermordet zu werden, weil: alles böse Menschen...so
isses
>auch am bequemsten...;)...
Jeder Mensch, der ohne Not und mit voller Absicht einen anderen Menschen
tötet, hat den Tod verdient. Das ist eine recht einfache Rechnung. Wenn
die komische Leibwächtertruppe meint, die Braut mit Tötungsvorsatz
anzugreifen, dann müssen sie nicht dumm gucken, wenn sie hinterher einen
Kopf kürzer sind. Und die 5 aus der Kirche sowieso.
>>>- Noe erzählt dagegen bereits zu Beginn von der trostlosen
>>>Jugend
>>
>>Die trostlose Jugend. Na, das erklärt alles. Das ist flach und
>>soziopsychologisch äusserst fragwürdig.
>
>Nochmal: es ist eine Geschichte, eine fiktive obendrein und keine
>tiefenpsychologische Analyse. Es mag flach oder fragwürdig sein, Du
kannst
>aber nicht leugnen, dass es solche Fälle gibt.
Das Problem ist die Reduktion auf einzelne Ursachen, wie Kindheit,
Computerspiele und Horrorvideos. Aber wie ich gestern in Gesprächen
festgestellt habe, denken viele, dass unter "der Maske" vieler
Menschen
ein Mörder lauert. Vielleicht sehe ich das auch zu positiv. Sogar
wahrscheinlich.
>Der Film ist kein typischer Killer-Film! Es geschieht z.B. nur ein einziger
>Mord in dem Film, und der ist auch noch diffus - Du machst es Dir da also
>ein bißchen einfach, die Filme ungesehen zu verurteilen...davon
abgesehen
>weiss ich auch nicht, was Du mit dem Sozialarbeiter-Blabla meinst...
Naja, dieses "Schlimme Kindheit, jaja, aber ein 3-monatiger
Erlebnisurlaub auf Teneriffa wirds schon richten." Oder so ;)
Der feste Glaube, dass, wenn nur die äußeren Umstände stimmen,
alles gut
wird.
Matthias
--
Willkommen im Fight Club.
Re: Gewalt in Filmen
"Matthias Vorlob" schrieb im Newsbeitrag
news:c7a5hg.12s.1@news.vorlob.com...
> Jeder Mensch, der ohne Not und mit voller Absicht einen anderen Menschen
> tötet, hat den Tod verdient. Das ist eine recht einfache Rechnung.
Wenn
> die komische Leibwächtertruppe meint, die Braut mit
Tötungsvorsatz
> anzugreifen, dann müssen sie nicht dumm gucken, wenn sie hinterher
einen
> Kopf kürzer sind. Und die 5 aus der Kirche sowieso.
Achsoja - Selbst- / Lynchjustiz olé!
> >Der Film ist kein typischer Killer-Film! Es geschieht z.B. nur ein
einziger
> >Mord in dem Film, und der ist auch noch diffus - Du machst es Dir da
also
> >ein bißchen einfach, die Filme ungesehen zu verurteilen...davon
abgesehen
> >weiss ich auch nicht, was Du mit dem Sozialarbeiter-Blabla meinst...
>
> Naja, dieses "Schlimme Kindheit, jaja, aber ein 3-monatiger
> Erlebnisurlaub auf Teneriffa wirds schon richten." Oder so ;)
> Der feste Glaube, dass, wenn nur die äußeren Umstände
stimmen, alles gut
> wird.
Du willst auf etwas ganz anderes hinaus, oder? Jedenfalls bietet keiner der
beiden Filme von Noe ein "Lösung", Alternative oder gar ein
Happy-End...
Grüße!
Re: Gewalt in Filmen
On Wed, 05 May 2004 07:45:46 +0200, Matthias Vorlob
wrote:
>Das liegt wahrscheinlich daran, dass du nicht den Wahnsinn in dir hast,
>um es mal ganz dramatisch auszudrücken.
*G* Da bekomme ich aus dem Bekanntenkreis zwar ab und an ne andere
Meinung zu hören, aber danke :-)
Es grüßt Marco :-)
Re: Gewalt in Filmen
Matthias Vorlob wrote:
> Jeder Mensch, der ohne Not und mit voller Absicht einen anderen Menschen
> tötet, hat den Tod verdient. Das ist eine recht einfache Rechnung.
Wenn
Einspruch!
Kein Mensch und keine politische oder religiöse Institution hat das
Recht einem Menschen das Leben zu nehmen. Unter keinen Umständen.
Just my 2 cent
Marc