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Filmkritik: Es bleibt in der Familie
Filmkritik: Es bleibt in der Familie
Filmkritik: Es bleibt in der Familie
Es bleibt in der Familie
MITCHELL GROMBERG ( Kirk Douglas ) ist 88 Jahre alt. Sein Arzt bescheinigt
ihm eine sehr gute Gesundheit, trotzdem er vor Monaten einen Schlaganfall
gehabt hat Natürlich hat der Stadtneurotiker sein Sprachtraining
vernachlässigt, schließlich ist er ja von sich total überzeugt,
das er es
auch ohne Ärztin kann die ihm dauernd auf den Nerv geht, er lässt
sich
sowieso nichts sagen.
Seine 81 Jährige Frau EVELYNE, ( die Mutter von Michael Douglas ), mit der
er 49 Jahre verheiratet ist, hat auch so Ihre Macken, Überhaupt als sie
eine
Tanzschule sieht, und ihn unbedingt überreden will zu tanzen, ganz
alleine,
in seiner Hotelwohnung wo er lebt. Lange ist es her, seit MITCHELL der eine
der größten New Yorker Anwaltskanzleien nach de Krieg gegründet
hat, mit Ihr
getanzt hat, und das noch dazu als das Spiel der Yankees im TV läuft, auf
das MITCHELL so gewartet hat. Doch die Liebe zu seiner Frau ist stärker,
in
Wirklichkeit ist es natürlich Ihre Überredungskunst, denkt sie sich,
doch
seine Wirklichkeit ist, das er sie einfach zu sehr liebt, nur kann er es
seiner Frau EVELYNE nicht zugeben. Er fühlt so unendlich viel für
sie, doch
kann er Ihr selten sagen das er sie liebt. Auch nicht nachdem er vom Central
Park heimkommt, vom Joggen, da ist er gestürzt.
Leider ist die Jugend auch nicht mehr so höflich, doch EVELYNE lässt
alles
stehen und liegen, sie fühlt wenn Ihr MITCHELL ein Problem hat.
EVELYNE ist eine grandiose Mutter, hat sie doch Ihrem Sohn ALEX GROMBERT (
Michael Douglas ) der vor kurzem 60 wurde, und der Leiter der Anwaltskanzlei
ist nicht nur beigebracht auf seine Karriere zu sehen, sondern vor allem auf
seine Familie, was heut zu tage selten ist, bei einem so vielbeschäftigtem
Mann, wie ALEX, der leider viel zu sehr für seine Arbeit lebt, anstatt
für
seine liebe Familie, doch EVELYNE hat ihn auch ein bisschen erzogen als er
erwachsen war, und so kommt es für ALEX nicht von ungefähr das er mit
seiner
Familie zusammensitzt, beim Pessachfest, alle sind jüdischen Glaubens, und
er sich von Ihr maßregeln lässt.
Nur mit seinem Vater hat ALEX so die Probleme, denn der hat für ihn nie
das
übrig gehabt, was er sich gewünscht hat, was er hätte über
haben sollen.
ALEX hat sich immer benachteiligt gefühlt, so wie der 11 Jährige ELI
GROMBERG ( Rory Culkin, der Bruder von Kevin - Macauly Culkin ), der gerade
entdeckt dass das Leben sich nicht nur um Hausarbeiten, sondern auch um
Mädchen dreht, das Problem ist bei ELI nur eines.
Seine Auserwählte ist die 12 Jährige ABBY STALEY, die als
Ausreißerin
bekannt ist, die einzige Punkerin in der Schule ist, und alle hänseln ELI
deswegen, doch sein Bruder ASHER ( Cameron Douglas, der Sohn von der Exfrau
von Michael Douglas ), hat für ihn immer nur einen Rat, er weiß es,
schließlich ist er 21 Jahre alt.
Schnapp sie dir und verpasse Ihr den Grombergschnen Saugschmatzer.
ELI will davon nicht viel wissen, auch von seiner ganzen Familie nichts,
denn er ist ein sehr introvertierter Junge. REBECCA, die Frau von ALEX,
Psychotherapeutin ist auch nicht die Ansprechperson für ELI, aber
dafür sein
Bruder ASHER. Und so haben 3 Generationen von Grombergs, die sich viel zu
selten sehen, sehr viele Probleme. Was mich an "Vorsicht Nachbarn"
erinnert.
REBECCA ist wiederum die sich etwas zurückziehende, dann explodierende,
und
das spätestens dann, als sie 3 Tage lang, einen gefundenen Slip im
Trenchcoat von MITCHELL, den sie zufällig entdeckt hat, ihm fast um die
Ohren schlägt und ihn damit fast erschlagen hätte.
Der Haussegen hängt gewaltig schief, und wie soll ALEX es schon
erklären das
in der Suppenküche, seiner gemeinnützigen Arbeitstätigkeit, beim
Ausspeisen
von Obdachlosen die verheiratete SUZIE ihn fast vergewaltigt hätte. Nicht
nur Suppen sind scharf bei Obdachlosenausspeisungen, doch ALEX hat sich
natürlich gewehrt, spätestens dann als er merkt, das
Schuldgefühle länger
andauernd als Lust die bald vergeht.
Und als EVELYNE stirbt, ist alles aus dem Lot, nun muss MITCHELL schon sein
ganzes Können aufbringen um die Familie zu kitten.
Was eigentlich gar nicht so einfach ist, denn die Story ist wie im wahren
Leben, so schätze ich, ist es im Douglas Clan zugegangen. Ein
ständig
nörgelnder Vater, der von seinem Sohn nur dauernd verlangt, ein Sohn der
nichts versteht, eine Frau die nur Liebe will und bisweilen nervend ist,
einfach spitze.
Wie eine Sitcom aber als Film, und nicht dauernd so mit Sexgesprächen
verseucht. Die Story ist einfach gut, als würden sie sich selbst spielen,
was ich bisweilen sowieso geglaubt habe.
Jeder hat hier in diesem Film eine ganz fantastische Rolle, die nur er
spielen kann. Da hätten wir mal die Mutter, die ist etwas nervig,
Kindchenverhätschelnd, sieht sehr selten lustig drein, spielt das sehr
gut,
wahrscheinlich wurde eine Schauspielerin ausgewählt die einfach nur nervig
und affektiert ist, und irgendwie etwas introvertiert ist, und wenn nicht,
dann spielt sie es einfach gut, die ganzen Sorgen um die Familie, den
Ärger
der nicht aufgesetzt wirkt, wegen dem möglichen Seitensprung des Mannes,
wo
sie nur einen Slip als Beweis hat.
Michael Douglas sowieso gut, als Familienvater der hin und her gerissen
zwischen Arbeit, Familie, tote Mutter, gebrechlicher Vater, und
zurückgezogener Sohn lebt, dessen 2. Sohn Asher nur Sex, Drogen und
Alkohol
im kopf hat, seinen Ruf als Anwalt, seine gemeinnützige Arbeit und die
Tatsache das er es verteidigen muss nicht nur ein geldgieriger Anwalt zu
sein, sondern auch ein familientauglicher Vater und Sohn eines alten dem
Tode nahenden Vaters. Ein Mensch der nicht versteht wieso der eigene Vater
so streng ist, nur weil es der Großvater ist, und so kann er es endlich
Kirk
zurückzahlen das er ihn nie geliebt hat so richtig.
Und Kirk so alt und gebrechlich, einfach schrecklich. Einst der stolze
Wikinger und Kämpfer im alten Rom, und jetzt ein 88 jähriger
Tattergreis der
noch sehr helle ist und ein sicher sehr noch immer stolzer nicht einfacher
Großvater wie im wirklichen Leben ist.
Die Geschichte ist natürlich nicht neu, aber die ganzen Facette,
zusammengewürfelt in einem 107 Minütigem Film, ergeben ein wirklich
schönes
ganzes, und meiner Freundin hat er auch gefallen, zudem es eigentlich keine
Komödie war, sondern ein liebevoll gestaltetes, wirklich ernst gefilmte
Familiendrama.
Hervorzuheben auch Eli der jüngste Spross des Clans, der trotz seines
jungen
Alters, seines inzwischen drogensüchtigen und geldgierigen Bruders Macauly
Culkin in nichts nachsteht, und hoffentlich seine jugendliche Unschuld
weiterhin bewahren kann, und ein guter Schauspieler wird.
In wirklich angenehmen, ruhigen und nicht überhasteten Szenen werden
einfach
die Konflikte dargestellt wie es ist, wenn man sich sehr lange kennt, seine
kleinen Alltagsprobleme hat, und das ganze ohne übertriebener American Pie
Komik und unpassender Dramatik wo jeder 10 Taschentücher pro Sekunde
braucht
um die anhaltende Tränenflut aufzuhalten. Dieses Mal waren es nur 3 und
sehr
viel zum nachdenken. Wie wichtig ist es doch den größten Schatz der
Welt zu
haben, eine gesunde Familie die zusammenhält. Was ist wirklich wichtig im
Leben, Arbeit, Familie, ein Seitensprung, so zu sein wie es die Gesellschaft
vorlebt, oder doch nicht lieber ein Außenseiter? Keiner hätte die
Rollen
besser spielen können als der Douglas Clan, zumindestens bin ich froh das
er
es war, der Clan, denn die Analogie zum wahren Leben ist nicht von
ungefähr,
und das macht die ganze Sache einfach spannender und nachdenklicher.
Ein Film für die ganze Familie, wo man auch mal ruhig werden kann ohne
aufzufallen.
87 von 100